Die Protagonisten stehen fest. Wir sind zu zwölft: Richard (UK) und Brieana (US), Sigi und Christine, ein Mutter-Tochter-Gespann aus Deutschland, ein schweizer Pärchen, Karen und Per aus SChweden, Carolina und Ricardo, die beide aus Brasilien kommen, aber nicht zusammen sind, Thomas und ich. Sigi kann leider kein Englisch und auch Carolina fällt es recht schwer. Ricardo und Carolina haben aus unerfindlichen Gründen keine Schlafsäcke, dafür aber große Koffer dabei. Sigi fällt gleich mit der Tür ins Haus und lässt fallen, dass Thomas und ich doch sicher gut zusammenpassen würden. Uff.
Sigi hat heute zudem Geburtstag und wir haben gerade heimlich eine Torte für sie eingekauft. Richard und Brianna kommen noch mit auf das zweite Teilstück der Tour von Victoria Falls nach Nairobi. Alle anderen reisen nur bis nach Vic Falls mit; auch Truck und Guides werden dort wechseln. Thomas und ich sind beide schon mit einer gewissen Reisearroganz unterwegs. "Damals, als ich in *** gerade Raften/Tauchen/Motorradfahren gehen wollte..." Ist Reisen heutzutage eigentlich noch etwas besonderes? Fast habe ich manchmal das Gefühl, man steche deutlich mehr aus der Menge hervor, bliebe man zuhause.
Ansonsten: Regen, Simba Chips mit Smoked Beef Flavour, Sonne, Engen Tankstellen, Mittagessen im Schatten der Bäume, schlafen, Jeffrey Eugenides lesen. Sandile und Shingi, unsere Tourguides, machen einen unheimlich netten Eindruck. Auch Missverständnisse über die Buchungsdetails lassen sich schnell ausräumen.
Shingi liefert noch die Fakten zu Botsuana: Es ist 600.000 km² groß, hat etwa 1,6 oder 1,7 Millionen Einwohner und besteht zu etwa 80% aus der Kalahari-Wüste. Dann haben wir noch die Makgadikgadi Pan mit 12.000 km² und das Okavango-Delta mit 80.000 km². In der Central Kalahari gibt es vor allem Esel, verrät er uns, weil die Regierung diese den Menschen als Transportmittel und Arbeitstier zur Verfügung gestellt hat. Die Haupteinnahmequellen des Landes? Rindfleisch, Diamanten und Tourismus. Landessprachen sind Setsuana und Englisch. Später erfahre ich von Brieana noch, dass Botsuana angesichts der vielen Konflikte um Landbesitz in den Nachbarländern beschlossen hat, dass Land Staatseigentum ist. Man kann es auf 90 Jahre pachten, aber nicht besitzen. Ein weiteres Puzzleteil in meinem Bild von Botsuana als erfolgreiches afrikanisches Land.