Sonntag, 30. Dezember 2012

3 Sonntags im Botanischen Garten

Jetzt ist die erste Etappe schon fast wieder vorüber. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!
Gestern abend habe ich ganz schön Schwierigkeiten gehabt, einzuschlafen. Die großen Glastüren meines Apartments gehen direkt im Erdgeschoss in den Garten hinaus, und nach dem Einbruch von ein paar Jahren in Hatfield macht mich das ganz schön nervös. Heute habe ich gesehen, dass Kuhles auch noch Kameraüberwachung haben, sicherer wird es wohl nicht.



Immerhin habe ich trotz des mulmigen Gefühls hervorragend geschlafen. Die Privatsphäre ist toll, das muss man jetzt auch noch mal genießen: eigenes Zimmer, eigenes Bett, Licht, aufrecht sitzen können. Das alles gibt es jetzt erstmal eine ganze Weile nicht mehr einfach so.
Heute morgen hat mir die Hitze ein wenig auf den Kreislauf geschlagen. Ich sollte wohl mehr trinken, was? Nach dem Frühstück bin ich mit Cornelia in den Botanischen Garten gefahren. Der ist ganz nett, vor allem, wenn man sich nur in zweiter Linie für die Blumen interessiert, und in erster Linie hören will, wie es Cornelia geht! Es war zwar brüllend heiß, aber im Café gabe es Cheesecake und Eistee. Noch mehr Nostalgie! Gekrönt haben wir diesen Ausflug mit einem Besuch im Spar, wo ich noch mehr nostalgische Ausbrüche hatte. Wie ein Besuch in einem früheren Leben fühlt sich das an.


Trotz allen Gewittergrummelns und trotz aller dunklen Wolken hat es leider wieder nicht geregnet. Wir waren also stattdessen im Pool, um uns abzukühlen, das hat auch geholfen. Und nach dem Abendessen gab es Melktart. Noch ein Klassiker. Jetzt leistet mir der Collie auf meiner Terrasse Gesellschaft, während ich darauf warte, dass es ins Kino losgeht. Dann ist der Tag auch schon wieder rum. Wie schnell das geht! Morgen schaffe ich es hoffentlich noch, ein Schlafshirt und eine Boxershorts sowei ein langärmliges Oberteil zu erstehen, bevor es dann ins MoAfrika geht. Cornelia wird mich bringen, und dann bin ich wieder alleine. SChade, dass die Zeit so schnell vorbeiging. Ich fühle mich so unglaublich zuhause hier, so angekommen, hineingeschmnolzen. Klar, alles ist einfacher, wenn man entspannt ist und keine Alltagssorgen hat. Trotzdem, ein schönes Gefühl!


Samstag, 29. Dezember 2012

2 Heimkehr!

Tabard - Hadidas - Union Buildings - Vaseline - Topper's Kekse - Afrikaans Afrikaans Afrikaans - Hungry Lion - Spur - Wimpy - Hatfield - Dropzone - Mall - Square - Cofi's - News Cafe - Mugg & Bean - Jacarandablüten - Telkom Tower - Lynnwood - Arcadia - Freedom Park - Voortrekker Monument - ganz andere Ansichten - Bougainvilleen - Valpré - Ceres - Boereworst - Rooibos Tea - Coffee creamer.
Nach einem Flug in diesem riesigen Flugzeug bin ich also wieder in Südafrika. Ich hatte eine nette Sitznachbarin, aber bei AirFrance sehr wenig Beinfreiheit, habe mich dann mit 550 anderen Menschen durch eine Passkontrolle und ans Gepäckband gestaut. An der Grenze machen sie neuerdings Bilder mit Wärmebildkameras, um Menschen mit Fieber sofort erkennen zu können. Gottseidank ist aber alles völlig unspektakulär verlaufen, sogar das Umsteigen innerhalb von eineinhalb Stunden in Paris. Cornelia hat mich abgeholt und die Freude über das Wiedersehen ist unbändig. Nachdem wir 2008 an der Botschaft zusammengearbeitet hatten, hat sie mich zwischendurch einmal in Deutschland besucht, aber in Pretoria bin ich seither nicht mehr gewesen. Und was für ein Wiedersehen das ist! Natürlich haben sich seit 2008 so einige Dinge verändert. Trotzdem ist die Stadt vertraut, wie ein paar Sommerschuhe vom letzten Jahr. SABC, Stromausfälle, load shedding und viele andere Dinge begrüßen mich wie alte Freunde. In mir breitet sich ein Gefühl völliger Unbeschwertheit aus. Bei über 30°C im Pool zu liegen und in eine Palme zu blicken ist einfach traumhaft. Untermalt wird das ganze von vertrauten Vogelstimmen... auch wenn ich hier immer noch nicht leben wollte, ist das Land immer noch ein großartiges Reiseziel.

Das Gästehaus von Cornelias Eltern Marita und Reinhard ist sehr niedlich. Vor meinem Apartment steht ein großer Jacarandabaum und auch der restliche Garten wirkt paradiesisch grün auf mich. Cornelias Eltern und auch ihr Mann sind sehr nett und stecken voller spannender Geschichten. Der Gesprächsstoff wird uns sicher nicht ausgehen. Nach dem Gewitter, das gerade draußen tobt, werden wir mit Bekannten von Cornelia, die auch Sprachfanatiker sind, noch zum Abendessen gehen. Beim ersten Ausflug ins Einkaufszentrum habe ich mich allerdings deutlich zu wild angezogen für dieses urbane Umfeld gefühlt. Wenn ich auch traurig bin, dass der Aufenthalt in Pretoria nur so kurz ausfällt, freue ich mich doch auch sehr auf den Tourstart. Ich könnte vor Freue ununterbrochen laut schreien!

Freitag, 28. Dezember 2012

1 Wieder unterwegs.


So beginnt es also erneut. Nach fast sieben Jahren mache ich ein Versprechen wahr, dass ich mir nach meiner ersten Nomad Tour gegeben hatte, und gehe wieder mit Nomad auf Reisen. Die Strecke, von Johannesburg über das Okavango-Delta und die Viktoriafälle bis hoch nach Nairobi ist ein schöner Kompromiss zwischen der Rückkehr zu vertrauten Orten und vielem Neuen nördlich der Fälle. Ich habe Kopfschmerzen und bin unheimlich müde, als hätte ich den Flug schon hinter mir. Dabei geht es hier von Frankfurt aus doch auch erstmal nur nach Paris CDG, und erst dort in den großen A380 nach Johannesburg! Und ich bin jetzt schon so kaputt. Das wird anstrengend. Den Abschied haben Christoph und ich kurz gehalten, was mir auch wirklich recht war. Einerseits habe ich das Gefühl, mich erst wieder daran gewöhnen zu müssen, alleine zu reisen. Momentan schreib eich noch viele SMS and Freunde und Familie, das ist ein deutliches Zeichen dafür. Andererseits fühlt es sich doch auch an wie eine Heimkehr. Mit Schlafsack und Rucksack zu meinen Füßen ist alles wieder wie damals, bei der ersten Tour, und wie schon so viele Male vorher und danach. Ich bin wieder unterwegs.