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Dienstag, 22. Januar 2013

32 Schiffbruch

Schon klar. It's not a holiday, it's an adventure. Das war mir von vorneherein klar. Mein erster Schnorchelausflug überhaupt lässt sich auch wirklich gut an. Abenteuerlich, weil unsere Schnorcheldhau eins von den niedlichen kleinen Schiffchen in der Brandung vorm Strand ist, und die Wellen für sansibarische Verhältnisse recht hoch sind. Schon bevor ich überhaupt auf dem Boot bin, bin ich platschnass. Aber mein Rucksack mit Kamera ist trocken. Die ist auch in einem Ziploc Bag, wenn ich schon mal ne Kamera zu sowas mitnehme. Mit mir klettern unsere Neuzugänge Marlis und Dave an Bord.
Eineinhalb Stunden lang fahren wir mit Außenborder und später auch Segel an der einsamen Ostküste Sansibars entlang. Das Wasser ist flach und türkis, die Fahrt bewegt, aber erträglich. Einen Wellenkamm müssen wir queren, drehen die Nase in die Brandung und pflügen hindurch, ansonsten ist die Fahrt aber ruhig, im Vergleich zu anderen Bootstouren. Unsere Skipper sprechen deutlich besser Kisuaheli als Englisch, und so erfahren wir nich viel über den Zeitplan oder das, was um uns herum passiert.


Schließlich trudeln wir vor Mnemba Island ein. Diese Insel ist der Küste vorgelagert, und über dem Riff vor der Insel werden wir schnorcheln.  Es liegen noch ein paar andere Boote dort. Flossen an, Brille auf, fallen lassen.
Für mich ist das sehr ungewohnt. Man treibt an der Oberfläche bauchunten - gut eingecremt gegen Sonnenbrand und mit T-Shirt. Wegen der Wellchen, die das Wasser bewegen, plätschert immer wieder Wasser in den Schnorchel, und ich bin froh, dass ich nicht leicht seekrank werde. Ganz zu schweigen von den Momenten, in denen ich fasziniert einem bunten Fisch hinterherschwimme und vergesse, dass meine Atemluft diesmal nicht aus einer Flasche kommt. Unter Wasser kann man mit so einem Schnorchel nicht atmen, da kommt dann nur Wasser.
Unglaubliche Farbe!
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase arrangiere ich mich aber mit den Umständen und schau mir die riesigen Fischschwärme an. Unglaublich, wie viele das sind. Mal sieht man sie, mal sieht man sie nicht - je nachdem wie sie zur Sonne stehen. An der Riffkante sieht man besonders viele. Auf dem Riff sind eher einzelne Fische oder kleine Grüppchen zu entdecken. Alle Formen und Farben sieht man hier. Lange Fische, dünne Fische, dicke Fische, träge Fische, flotte Fische, Angeberfische, Versteckfische, mutige und scheue. Einige Fische sehen aus wie ein Adidas-Jogginganzug aus dem Jahr 1987, ganz in Neonfarben. Noch heller leuchten nur die Rettungswesten derjenigen, die nicht so gut schwimmen können und die deswegen mit Weste schnorcheln.
Nach einer Stunde gibt es Mittagessen. Üblicherweise geht man dafür an den Strand von Mnemba, jedoch ist die Brandung heute zu stark. Wir bekommen auf dem Boot gegrillten Fisch, Pfannkuchen und Obst zum Mittagessen. Danach geht's erneut ins Wasser. Ich lasse mich treiben wie vorher und schaue den Fischen auf den Kopf. Neidisch starre ich ein paar Taucher an. Es ist ganz schön kalt, und die Strömung nimmt zu, weswegen ich bald zum Boot zurückkehre.
Wir machen uns auf den Rückweg. Die Besatzung kann sich entspannen, die Arbeit ist fast vorbei, und auch wir Schnorchler dösen langsam ein. David ist nach drei Minuten weggenickt, auch ich drehe mein Gesicht in die Sonne.  Nach einer halben Stunde müssen wir wieder die Brandung durchqueren, diesmal mit den Wellen. Der Skipper dreht das Boot, ich schaue nach hinten, und sehe, dass das Boot leider nicht auf der Welle reitet, sondern dass diese von hinten auf das Boot zurollt. Se schwappt von hinten hinein in unser Holzboot, und alles steht unter Wasser. Immerhin kann ich meinen Rucksack rechtzeitig heben. "Noch mal gutgegangen", denke ich noch, und "die machen das ja auch jeden Tag, das ist sicher kein Grund zur Beunruhigung". Doch da kommt die nächste Welle, trifft das Boot seitwärts, und dann ist es weg.
Die Welle hat das Boot gedreht, es liegt auf der Seite und ist schon fast völlig unter Wasser, mich hat es aus dem Boot geworfen und dann rollt die nächste Welle heran und klatscht mich mit voller Wucht gegen die noch aus dem Wasser ragende Außenwand. Zwischen dem Boot und der Brandung bin ich nicht besonders gut aufgehoben. Noch eine Welle, diesmal schlage ich auf dem Mastbaum auf. Um mich herum erwischt es noch ein paar andere Leute. Der Skipper ruft "get away from the boat", und ich wuchte mich über den Mastbaum. Noch eine Welle rollt mir über den Kopf, dann bin ich aus der Brandungszone und paddle wieder im seichten Wasser des Riffs.
Von einer Sekunde zur nächsten bin ich's vom Touristen zum Schiffbrüchigen geworden. Es ist, im wahrsten Sinne des Wortes, unfassbar. Ich sehe den Mast des Bootes aus den Wellen ragen, und eben saß ich da noch drin. Was nun? Bestandsaufnahme. Soweit ich das beurteilen kann, bin ich unversehrt. Meinen Rucksack habe ich in der Hand, unvernünftig wie das sein mag, meine Sonnencreme schwimmt an mir vorbei und ich fange sie wieder ein. Mein Handtuch habe ich in der anderen Hand, und so schwimme ich dann auf den großen Berg Rettungswesten zu, der mit allen anderen Sachen im Wasser treibt. Rettungswesten, das sei am Rande angemerkt, sind deutlich nützlicher, wenn man sie nicht alle zusammenbindet.
An diesem Floß haben sich schon andere Schiffbrüchige versammelt. Immerhin kein Tiger, denke
ich, und werfe noch mal einen Blick auf meine Sachen. Auf wundersame Weise ist meine Sonnenbrille noch auf meinem Kopf, was meinen Vater sicher freuen wird. Das tolle Mikrofaserhandtuch ist aber nicht mehr da. Der blaue Stofffetzen in meiner Hand ist ein T-Shirt, dessen Besitzer auf der anderen Seite des Floßes sich sehr über das Wiedersehen freut.
Nun ja, da treiben wir also. Nach und nach ziehen wir einen Großteil der 20 Schnorchler zu dieser großen "Rettungsinsel". Marlis und David habe ich mittlerweile auch entdeckt, die beiden helfen sich gegenseitig. Denen, die nicht gut schwimmen können, steht die Panik ins Gesicht geschrieben. Land ist zwar in Sicht, aber es ist auch bestimmt ein oder zwei Kilometer entfernt. Und überhaupt, was will man dann da, an der einsamen Ostküste? Von der Crew kommen keine Anweisungen. Die rufen sich vieles auf Kisuaheli zu, aber das hilft uns nicht weiter. Nach etwa einer halben Stunde Ratlosigkeit tauchen zwei andere Boote auf. Es sind ebenfalls Dhaus, so wie unseres ... war. Sie machen Anstalten, in unsere Richtung zu wenden, und ich trenne mich von der Rettungsinsel aus Schwimmwesten und mache mich auf den Weg zu einem Boot. Schwimmen im offenen Meer und unter Schock ist anstrengend. Ich würde es nicht weiterempfehlen. Auf dem Weg zum Boot fange ich ein - etwas atemloses -  Gespräch mit der Amerikanerin Madeleine an, die Einreisestempel und Erinnerungen von all ihren Reisen auf Rücken und Oberarmen tätowiert hat. Zu zweit ist alles besser als alleine. Wir schaffen es zum Boot. Sie hat einen strategischen Vorteil, sie hat immerhin eine Schwimmflosse gefunden. Man zieht uns an Bord wie zwei nasse Katzen, und etwa so fühle ich mich auch. Die Touristen auf diesen Booten geben uns Wasser zu trinken, die Skipper sortieren uns auf die zwei Boote, um zu vermeiden, dass diese jetzt wegen Überfüllung auch noch sinken. Ich stehe völlig neben mir. Ein Tourist von diesem Boot hat die Rettungsaktion gefilmt und filmt auch jetzt, während wir eine Flasche Jägermeister herumgehen lassen. Wer die wohl zum Schnorcheln mitgenommen hat? Egal, die Lebensgeister kehren langsam zurück. Die Sonne hilft. Alle haben überlebt, haben wie ich nur ein paar Kratzer und blaue Flecken. Die materiellen Verluste sind unterschiedlich groß. Meine Kamera ist wohl hin, der Ziploc-Beutel hat nicht dichtgehalten. Das türkise Wasser war das letzte, was sie fotografiert hat. Ich hole die SD-Karte heraus und schlecke das Salzwasser von den Kontakten, um der Korrosion Einhalt zu bieten. Marlis und David hingegen - Kindles, Handys, Kameras... Und das am zweiten Urlaubstag. Auch Ausweise und Geld haben einige auf dem Boot gelassen, oder auf dem Meeresboden. Ein Glück war ich heute morgen einmal diszipliniert genug, meinen Rucksack auszuräumen.
Nach einer Stunde sind wir wieder in Nungwi. Ich rette die Fotos von der SD-Karte zu Katja und
Jesper aufs iPad, Carla hilft mir beim Auswaschen meiner völlig versalzenen Sachen. Job kommt in unserem Bungalow vorbei und erkundigt sich beunruhigt nach meinem Zustand. Wir gehen an den paradiesischen Strand, legen uns auf eine Sonnenliege und Carla verordnet mir Ruhe. Sie kauft mir auch ein Eis, das beste Eis des Sommers. Auch die anderen Mitreisenden kümmern sich rührend und freuen sich, uns wiederzukehren. Marlis und David scheinen nicht so angegriffen zu sein wie ich, die waren nun mal zu zweit und haben einfach die Ruhe weg, denke ich. Später packt mich der Schock nochmal. Ich will noch nicht gehen, denke ich, und ich war mir auch so sicher, dass es ungefährlich ist! Mir klingen die vielen mahnenden Worte der Daheimgebliebenen in den Ohren - "Pass bloß gut auf dich auf!" Was für ein Schreck.
Abends gehe ich mit Marlis, David und Carla essen, die Gruppe verstreut sich über die vielen netten Restaurants hier. Ich lasse den Abend mit Job am Strand ausklingen, der mir zum Abschluss verbietet, morgen noch mal von dem Unglück zu sprechen. Ein guter Tag geht zuende: Mir ist nichts passiert. Ein paar Kratzer und ein Schreck. Noch mal Glück gehabt. 



Mittwoch, 16. Januar 2013

23 Ugh. This is Africa.

Der Abend war noch wunderschön gestern. Das Schwein war lecker, und Godfree hatte den Chor aus Kande gebeten, für uns zu singen. Füße im Sand, Bauch voll, mehrstimmige Musik... ein Traum.
Dann ist der Strom ausgefallen, und da nun mal gerade Neumond war, sind wir an den Strand gegangen und haben uns den Sternenhimmel angeschaut. Mitten in der leuchtenden Milchstraße liegt das Kreuz des Südens, einige Sternschnuppen regnen auf uns herab.

Charakteristisch für eine Reise in diesen Breitengraden ist, dass alles etwas intensiver ist. Die Bäume sind grüner, die Hitze ist drückender, das Essen schmeckt intensiver, man ist müder, hungriger, aber auch glücklicher. Das Leben ist gefährlicher, aber auch spannender. Und besonders schönen Momenten folgen die ganz besonders fiesen oft auf dem Fuße. So verbringe ich den Rest der Nacht in dem sehr schön gestalteten Waschhaus und trenne mich wieder von meinem Abendessen. This is Africa.

Mittwoch, 9. Januar 2013

16 Abschied, Auftrieb, Ausrasten. Neustart.

Eineinhalb Tage sind ins Land gegangen, und die Ereignisse haben sich geradezu überschlagen. Jetzt sind wir schon in Sambia, auf dem langen Weg nach Lusaka. Aber jetzt mal von Anfang an...

Das Abschiedsessen mit der ersten Tourfamilie war kulinarisch zwar kein Highlight, aber ein schönes Tourende. Shingi war zwar von der vielen Fahrerei völlig übermüdet, aber auch mit von der Partie, und auch Sandile war zugegen. Alle waren sichtlich froh, wieder sauber und präsentabel zu sein, wir haben Geschichten erzählt und Mailadressen getauscht.
Auf dem Rückweg ins Zimmer haben wir in den Fluren noch jede Menge Natur gefunden, darunter riesige Falter, kleine Ochsenfrösche und auch einen großen Ochsenfrosch. Als wir festgestellt haben, dass er vor Ricardos Tür sitzt, war das Gelächter groß: Er hatte im Delta versehentlich auf einem Ochsenfrosch geschlafen, den er erst fand, als er sein Zelt wieder zusammenrollte. Ob dieser wohl kam, um seinen Freund zu rächen?
Die Nacht ist so ruhig, dass es mir schon beinahe unheimlich ist. Wegen der Affen kann man die Balkontür nicht offen lassen, und so schlafen wir eingesperrt in vier Wände bei laufender Klimaanlage. 

Am nächsten Morgen kommt ein Fahrer von Wild Horizons und holt uns zum Raften ab. Die klapprigen Jeeps, mit denen wir durch die Landschaft zum Rand der Schlucht fahren, sind immer noch die gleichen. Der Anbieter ist zwar ein anderer, aber das hat sich offensichtlich gehalten. Wir bekommen Tee, Kekse und eine ausführliche Einführung in das Verhalten auf dem Fluss. Mit mir wagen sich Thomas, Richard und Carolina aufs Wasser.





Auch diesmal werden wir wieder nur die Stromschnellen 11 - 23 abfahren. Wenn der Wasserstand niedrig genug ist, kann man schon bei 1, direkt unterhalb der Fälle, anfangen. Da man Nummer 9, "Commercial Suicide", aber umgehen muss und das Wasser zu hoch steht, gibt es eben nur die kurze Strecke. Bei Hochwasser ist der Sambesi auch nur ein Fluss der Kategorie 3-4, nicht 4-5. Bevor es aber ans Raften geht, müssen wir erstmal eine Stunde lang in die Schlucht hinunterkraxeln. Keine leichte Aufgabe bei dem vielen Regen, der gefallen ist. Heute ist der Himmel jedoch blau und wir sind guter Dinge.

Am Einstieg üben alle Boote die Kommandos, mit denen unser Steuermann John Barnes und dirigieren wird. Wichtige Dinge werden noch einmal wiederholt, zum Beispiel dass man sich nach Möglichkeit am Boot festhalten soll, wenn man schon rausfällt. Bei höchstem Wasserstand hat der Sambesi eine Strömungsgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h, da ist man ganz schnell im Kariba-See. Das probieren wir heute mal nicht aus.

Die meisten Stromschnellen überstehen wir meisterhaft, nur eine hebelt bis auf drei Leute alle raus. Ich sehe den Boden des Bootes auf mich zukommen, kann aber noch ausweichen. Kurz darauf taucht Richards Gesicht über dem Bootsrand auf. Gott, bin ich froh, den zu sehen!
Die Leute wieder ins Boot zu bekommen ist übrigens ganz einfach: Einmal feste Eintauchen, damit der Auftrieb der Schwimmweste Schub gibt, und dann feste ziehen. Elegant ist anders, und kopfüber in den Paddelhaufen zu segeln ist auch nicht angenehm, aber alles ist besser als in den Stromschnellen im Sambesi zu hängen.

Später, auf den ruhigeren Flussabschnitten, können wir dann freiwillig aussteigen, uns am Boot festhalten und uns treiben lassen. Der Himmel ist blau, die Bäume grün. Wir sehen riesige Nester vom Hammerkopf-Vogel und Felsenfeigenbäume, die ihre Wurzeln in die Felsen zwängen.



Nach unserem kleinen Ausflug müssen wir alle wieder die gesamte Schlucht hochklettern. Die ersten übergeben sich schon am Fuß der Felsen vor Erschöpfung, auch für mich ist es ein Kampf. Die Sonne steht mittlerweile fast im Zenit, und oben merkt man, wie stark sie brennt. Oberschenkel und Füße hats böse erwischt. Carolina wird am Ende getragen; alle sind unglaublich dankbar für das Mittagessen.

Im Hotel müssen wir dann plötzlich ruckzuck auschecken. Carolina war davon ausgegangen, sie bliebe zwei Nächte im Hotel, somit hatten wir noch nichts gepackt. Immerhin ist unsere Wäsche fertig. Wir organisieren uns ein Taxi in die Adventure Lodge.

Dort angekommen packe ich mein Zeug aus und stelle mit Entsetzen fest, dass mir Geld fehlt. Shingi, der zufällig noch vor Ort ist, fährt mich wieder ins Elephant Hills Hotel, in dem man mir aber nicht weiterhelfen kann, und dann zum Geldautomaten, der kurzerhand meine Karte für 20 Minuten frisst, ohne einen Ton zu sagen. Er fährt runter und wieder hoch, spuckt meine Karte kommentarlos aus, und der Nachbarautomat macht dann noch einmal genau das gleiche. Mir tut es unglaublich leid, Shingi an seinem freien Tag so lange zu beanspruchen, und ich bin mit den Nerven am Ende. Glücklicherweise findet sich jemand, der mir mit Bargeld aushilft. So ein Mist.

Immerhin: Ich habe ein eigenes Zimmer mit zwei Betten und kann in Ruhe packen. Abends sind wir in Thomas' Unterkunft, der eleganten Ilala-Lodge, zum Essen verabredet. Carolina ist vom Raften so erschöpft, dass sie in der Unterkunft bleibt, aber fast alle anderen sind mit von der Partie. Es gibt einen Pianisten, man kann die Fälle sehen und hören, und der leckere Weißwein aus Fairview versöhnt mich mit der Welt.

Heute morgen dann neues Spiel, neues Glück. Abschied vom Bett, Abschied vom Einzelzimmer, Abschied von Carolina. Thabani und Godfree warten bereits mit dem neuen Truck, Lennon, im Hof.

Wir fahren über die Brücke nach Livingstone in Sambia, um die Grenze möglichst früh hinter uns zu lassen, und erledigen dann die Formalitäten. Ein letzter Blick in der hellen Sonne auf die Fälle. Für 40 Dollar bekomme ich 150 Kwacha, mit denen ich hier neue Sonnecreme und Wasser kaufe. Schon sind 100 Kwacha wieder weg - Sonnencreme ist ein Luxusgut. Livingstone hat sich deutlich besser entwickelt als Vic Falls, die Straßen sind (noch) gut. Uns steht ein langer Tag im Truck bevor, wir wollen bis Lusaka kommen. Mich plagt der Sonnenbrand, aber die neue Besetzung im Truck lenkt von vielen Sorgen ab.

In festen Unterkünften werden Carla aus Argentinien, Jesper und Katja aus Dänemark sowie Roberto aus Argentinien schlafen. Er hat ein bisschen Schwierigkeiten mit dem Englischen, alle anderen kommen gut zurecht. Zelten werden wie bisher Richard und Brieana, das UK/US-Gespann von meiner ersten Tour, sowie Armin und Sonja (CH/AT), die gerade den Kilimandscharo bestiegen haben. Job aus den Niederlanden hat das nach unserer Tour vor und hat einen Einzelzimmerzuschlag bezahlt, ich bekomme also ganz ohne Aufpreis mein eigenes Zelt. Zehn Leute, nette Mischung.

Auch die Landschaft wird interessanter: Es geht plötzlich bergauf, durch bewaldete Hügel und bewirtschaftete Felder. Wir sehen keine Esel mehr, dafür plötzlich Fahrräder. Die Bäume sind größer und die Straßen zunehmend holpriger. Ein neues Abenteuer beginnt.