Wir fahren also zügig heute, haben ja auch schon viel gesehen. Ein bisschen haben wir das gEfühl, alles schon gesehen zu haben. Aber die Serengeti hat noch das eine oder andere As im Ärmel. Den Auftakt macht ein Elefant, heute morgen.
Entlang des Wegs entdecken wir dann Impalas, an sich nun wirklich kein großes Ereignis mehr, aber diese zwei Herren streiten sich ausgiebig.
Die Büffel hingegen scheinen sich doch recht uneins zu sein. Riesengroße Tiere, und die gehen mit einer Wucht aufeinander los!
Und dann, dann entsteht dieses Foto.
Sieht aus wie noch ein Kopje in unendlicher Grassteppe, aber gerade sage ich zu Godfree: "Godfree, that looks like a line of ants on the horizon there. What is that a herd of?" und er antwortet "That's what we came here for. That's the migration."
Am Anfang sehen wir vor allem Zebras. Godfree erklärt uns, dass die Zebras und die Gnus zusammen wandern. Die Zebras sind zahlenmäßig deutlich unterlegen, kennen aber den Weg und gehen deshalb voraus. Die Gnus sind deutlich in der Überzahl und deswegen weitaus berühmter. Die Migration der Herden ist die weltweit größte Wanderung von Säugetieren, und sie dauert das ganze Jahr an. Wir sind am südwestlichen Eck der Wanderungsbewegung, und die Gnudamen sind hochschwanger. Im Februar werden sie pro Tag 8000 kleine Gnus zur Welt bringen!
Wir fahren über eine Stunde lang den Weg rauf und runter, durch ein Meer aus Zebras und zunehmend auch Gnus. Die haben ihren Namen von dem Geräusch, das sie machen. Der Legende nach sind sie von ihrem Schöpfer aus fünf Tieren zusammengesteckt worden: Den Körper bekommen sie vom Topi, die Hörner vom Büffel, den Schweif vom Pferd, die Streifen vom Zebra und die Beine von einer Antilope. Sie sehen wirklich ein bisschen willkürlich aus.
Die Tiere, die wird an diesem Morgen sehen, sind die Vorhut der großen Migration. Wir sehen etwa 30.000 - und die Schätzung kommt von jemand anderem, ich kann sowas nicht - und insgesamt wandern 1,5 Millionen Tiere. Die Gnudamen fressen oben in der Masaai Mara anderes Gras als im Süden und werden dadurch fruchtbarer.
Ganz besonders begeistern uns die Geräusche der Zebras. Es ist mir tatsächlich gelungen, eins einzufangen. Das ist nicht jemand, der sich die Nase putzt, sondern ein Zebra.
Unfassbar viele Tiere. So viele hab ich noch nie gesehen.