Sonntag, 2. Juli 2017

Neue Reise, neues Blog

Nachdem so viele von euch mich sehr nett darauf aufmerksam gemacht hatten, dass "sonjasafricanjouney2013" einfach keine gute URL für eine Reise im Jahr 2017 ist, habe ich der neuen Reise ein neues Blog gegönnt. Unter http://sonjasafricanjourney2017.blogspot.de/ findet ihr die weiteren Geschichten der diesjährigen Namibia-Reise. Viel Spaß beim Lesen!


Dienstag, 6. Juni 2017

Packen.

Wilde Wochen liegen hinter mir. Kurzfristig musste noch eine Geschäftsreise in die Staaten eingeschoben werden, und bei der Planung ging wirklich alles schief. Dann 50 Stunden in Atlanta, permanent hinter Glas und in klimatisierten Räumen. Morgens um fünf geht die Beleuchtung bei den Wolkenkratzern wieder an. Noch schnell Postkarten kaufen und ab wieder in den Flieger. Hin, her, hü, hott, immer begleitet von dem Gefühl, dass Körper und Geist nie so wirklich am selben Ort sind. Geschweige denn in derselben Zeitzone. Ich muss wieder an dieses Zitat von Ryszard Kapuscinski denken, der so viel gereist ist:
Pack the one bag. Unpack it, pack it, unpack it, pack it: passport, ticket, book, taxi, airport, check-in, beer, announcement, stairs, airplane, fasten seat-belt, air born, flight, rocking, sun, stars, space, hips of strolling stewardesses, read, sleep, clouds, falling engine speed, descent, circling, touch down, earth, unfasten seat-belt, stairs, airport, immunization book, visa, customs, questions, taxi, streets, houses, people, hotel, key, room, stuffiness, thirst, otherness, foreignness, loneliness, fatigue, life.








Jetzt ist es aber geschafft. Auf dem Hocker am Fußende des Betts stapeln sich Kleidungsstücke und Ausrüstungsgegenstände. Ein neues Tagebuch liegt auch dazwischen, und Wasserreinigungstabletten, nur so für den Fall der Fälle. Mein Kopf produziert am laufenden Band Erinnerungen von anderen Afrika-Reisen und ruft mir Reisegesellen ins Gedächtnis, an die ich lange nicht gedacht habe. Ich befürchte, ich packe viel zu viel, und gleichzeitig viel zu wenig. Die vertraute innere Unruhe ist wieder da, die mich am Vorabend einer Reise spätestens beschleicht. Morgen früh noch letzte Besorgungen, eine letzte Übersetzung liefern, ein letztes Telefonat führen, und dann muss das alles in den Rucksack passen. Wenn das mal alles gut geht. 

Wann wir wo sein werden, das wissen wir übrigens auch nicht so genau. Wir haben nichts vorgebucht oder reserviert. Nur ganz grob haben wir uns das überlegt: Von Kapstadt relativ zügig nach Steinkopf, kurz vor der Grenze. Und da dann links ab, und durch den Richtersveld National Park, sodass wir in Sendelingsdrif mit dem Boot über die Grenze können, nicht in Vioolsdrift über den großen Grenzübergang.  Von dort geht es dann über Ais-Ais und den Fish River Canyon wieder nach Westen. Vielleicht sehen wir in Garub ein paar Wildpferde, bevor wir am Namibrand entlang nach Norden fahren. Den Sesriem Canyon und Sossusvlei haben wir da auf der Liste, und dann wird uns der Weg über Solitaire und den einen oder anderen Bergpass irgendwann wieder nach Windhoek führen. Da haben wir unser letztes Nachtlager geplant, bevor wir dann irgendwann völlig verstaubt und versandet am 28. Juni wieder in Deutschland landen. So lange bin ich dann auch erstmal offline - aber dann geht es hier weiter, versprochen.

Sonntag, 7. Mai 2017

2017: Von Kapstadt nach Windhoek

Es ist schon wieder passiert. Letztes Jahr, Mitte Juli, ich saß mit einer sehr netten Kollegin zusammen, vielleicht war ein Savanna im Spiel, wir drifteten durch die unendlichen Weiten des Internets... und sind mit der Maus ausgerutscht. Ganz blöd verklickt, auf diesem Knopf "Flüge kostenpflichtig buchen" oder so ähnlich.
Frankfurt - Kapstadt und Windhuk - Frankfurt, auch noch Gabelflüge.
Das Flugdatum rückte von Monat zu Monat näher, und wir haben zu Beginn natürlich nach Kräften versucht, das zu ignorieren. Im neuen Jahr haben wir uns dann allerdings ein Herz gefasst und uns die passende Reisebegleitung gesucht, mit der wir unserem Schicksal nun tapfer entgegengehen:
Ein Allradfahrzeug mit Dachzelt, das uns sicher treu und zuverlässig von Südafrika nach Namibia bringen wird.
Seine Ausstattungsliste steckt voller vielversprechender Gegenstände: zwei Ersatzreifen, ein Wagenheber, ein Handfeger nebst Kehrblech, ein Spaten - und natürlich ein Grill. Das GPS-Gerät hat frische Batterien, die Wasserreinigungstabletten sind noch haltbar und genug freie Seiten sind auch noch im Pass.

Am 7. Juni geht es also wieder gen Süden, und wenn ich am 28. Juni wieder in Frankfurt lande, wird es einiges zu berichten geben. Ich platze fast vor Vorfreude!