Freitag, 18. Januar 2013

26 Baobabaobabaobabaobabaum

Kisolanza ist eine unglaubliche Wohltat. So  hoch gelegen, dass die Nacht zum ersten Mal seit langer Zeit wieder kühl ist. So kühl, dass wir alle in unseren Schlafsäcken schlafen können, ohne zu zerfließen. Hier gibt es wieder eine ausreichend große Lapa, dass wir alle im Trockenen zelten können, und dann machen wir uns im weitläufigen Gelände auf die Suche nach der richtigen Bar, in der es Abendessen geben soll. Nach viel Hin und Her finden wir uns alle und genießen - in meinem Fall mit großer Vorsicht - bei lauschigem Kerzenschein von einem liebevoll gedeckten Tisch ein sehr leckeres Abendessen. Es gibt eine Erdnuss-Kürbis-Koriandersuppe vorweb, dann italienische Pasta mit Fleischbällchen und für alle gesunden Esser auch noch Nachtisch. Ich verzichte und nuckle an einer Sprite. Langsam kehren die Lebensgeister zurück.
Morgens nach einer Scheibe Toast und ein paar Keksen wieder in den Truck. Wir fahren zunächst bis Iringa, wo wir kurz anhalten, damit alle Wasser und Geld und in Jobs Fall auch noch mehr Medikamente kaufen können. Wieder einmal bringe ich einen Barclays-Automaten zum Absturz. Diese Geld-Sache ist wirklich ärgerlich. So geht es ohne zusätzliches Bargeld weiter gen Mikumi. Die Fahrt ist nicht lang, und der Ausblick wie immer spektakulär. Zum Röhren des Trucks und zum Rauschen des Fahrtwinds noch mehr grüne Panoramen:
In einem ganz besonderen Tal legt Thabani für uns noch einmal einen Zwischenstopp ein. Baobab Valley ist, wie Thabani sagt, nicht der Ort mit der größten Dichte von Affenbrotbäumen, und auch nicht der mit den meisten. Aber es sind schon sehr viele auf einmal.
Baobabbäume sind typisch afrikanische Gewächse, ähnlich wie Schirmakazien. Von ihren Früchten ernähren sich unter anderem auch die Affen, weswegen sie bei uns auch Affenbrotbäume heißen. Sie sind unglaublich groß!
Könnt ihr mich sehen, das kleine türkise da unten?
Anders als unsere Bäume bilden sie keine Jahresringe, man kann ihr Alter nur nach dem Fällen über Karbondatierung feststellen. Die Faustregel, die man so erkannt hat, ist, dass die Armspannweite eines normalen Menschen etwa 100 Jahre Alter bedeutet.
Weil man auf dem Bild nicht alle sieht: Wir sind zu sechst. Der Baum steht da also seit 600 Jahren! Unglaublich, oder? Und das ganze Tal steht voll mit den Bäumen. Man sagt, wer einen Baobab findet, den er umarmen kann, dessen Wünsche gehen in Erfüllung. Überhaupt ranken sich um diesen Baum viele Geschichten. An den meisten Tagen im Jahr trägt er nämlich keine Blätter sondern ist kahl. Warum das so ist?

Die Buschmänner sagen, der Baobab sei ursprünglich ein sehr hoher Baum gewesen. Er sei so hochgewachsen, dass er den Göttern zu nahe gekommen ist. Ständig hat er sich eingemischt, bis die Götter irgendwann genug davon hatten. Sie haben ihn ausgerissen und andersherum wieder in die Erde gesteckt. Jetzt ist er also der Upside-Down-Tree. Trotzdem ganz schön hoch.




Laut einer andern Geschichte hat bei der Erschaffung der Erde jedes Tier einen Baum bekommen, den es pflanzen sollte. Die Hyäne kam als letzte dran und bekam den Baobab, und vor lauter Wut darüber, dass sie die letzte in der Reihe war, hat sie ihn falsch herum in den Boden gehauen. Dafür ist er doch noch recht schön geworden.






Wir arbeiten noch eine Weile am perfekten Foto, Job klettert sogar auf Lennons Kopf, um einen besseren Ausblick zu haben. Dann geht es weiter, wir arbeiten uns Kilometer um Kilometer, Truck um Truck bis Mikumi vor.