Von hier an holpern wir durch atemberaubende grüne Hügel und zunehmend besseres Wetter nach Kande Beach. Der Anblick des endlosen blauen Wassers ist eine wahre Wohltat, und dann ist das auch noch Süßwasser! Wir stürzen uns in die Fluten, genießen die Sonne und den Sand, tollen mit den Hunden am Strand herum.Wir planen unsere Aktivitäten für morgen mit der Gelassenheit und Gemütsruhe einer Landschildkröte, trinken Sundowners am Strand und spielen Maumau in der Bar.
Bevor wir dann zur Dorfbesichtigung aufbrechen, noch schnell einen Sack Wäsche an die Wäschefrau aushändigen. Den Service muss man immer nutzen, wenn er sich anbietet und das Wetter einigermaßen trocken ist. Dann bringt uns Banjo aus Kande in sein Dorf, um uns zu zeigen, wie das Leben dort abläuft. Direkt vor dem Tor warten alle männlichen Bewohner zwischen 16 und 22 dieses Dorfes, um an uns ihr Englisch zu testen und uns ihre Handwerkskunst zu präsentieren. Sie begleiten uns wortreich bis zur Hauptstraße und warten dort auf unsere Rückkehr.
Wir besuchen Banjos Haus, er erzählt uns vom Cassawa-Anbau und der Aids-Aufklärung. Einen Trinkwasserbrunnen gibt es auch in diesem Teil von Kande. Auf meine Frage hin, was das da für ein Baum ist, mitten im Dorf, in dessen Schatten wir uns dankbar versammelt haben, antwortet er lapidar: "Das ist ein Mangobaum. Und der, der ist ein Avocadobaum." Gott, bin ich grad neidisch. In der Grundschule sehen wir, dass in einer Klasse ganze 131 Kinder angemeldet sind. 8 Jahre dauert die Grundschule, und sie ist zwar nicht verpflichtend, aber gut besucht. Der Staat zahlt Lehrer und Bücher, die Schüler brauchen Hefte und auch hier - Schuluniformen. Die Begründung hier ist allerdings anders als bei uns in Europa: Es geht nicht darum, die Schüler gleichzumachen, sondern darum, dass man bei Kindern erkennen kann, zu welcher Schule sie gehören, sollte ihnen beispielsweise auf dem Schulweg etwas zustoßen. In unseren Ohren eine etwas dünne Erklärung, ist doch der Mangel an Geld für eine Schuluniform der Hauptgrund dafür, dass nicht alle Kinder in der Schule sind. Sicher gibt es noch andere gute Gründe, die uns einfach nicht aufgehen.
In der Krankenstation des Dorfs, die eigentlich hauptsächlich eine Entbindungsstation ist, fehlt es quasi an allem. In allererster Linie fehlt es an Moskitonetzen für werdende oder junge Mütter. Wie schon in der Schule werden wir auch hier um Spenden gebeten.
Zurück im Camp sind wir völlig durchgeschwitzt, in meinem Fall schon zum zweiten Mal an diesem Tag. Wir trinken literweise Wasser, um nicht zu dehydrieren. Die beste Lösung ist wohl, einfach ins Wasser zu gehen. Job und ich haben uns in der Tauchbasis angemeldet und fahren mit dem Boot und einem spanischen Dive Guide raus zur Insel, um uns die Buntbarsche im See anzuschauen. Davon gibt es ganz viele, und wandernde Schnecken, die riesige Sandtrichter gebohrt haben, sowie einen riesigen Wels. Die anderen fahren Kajak und filmen uns beim Auftauchen. Ob Armin das Video wohl noch hat?