Montag, 28. Januar 2013

44 Das Paradies der Tiere

Auf der Hinfahrt haben wir schon von oben hineingeschaut, wir haben an seinem Rand übernachtet, jetzt sind wir mittendrin: Der Ngorongoro-Krater. Hineingefahren sind wir heute morgen wieder in aller Herrgottsfrühe, als der Dunst noch über dem Boden hing.
Ngorongoro-Krater im Morgennebel
Auch einen See gibt es im Krater. Der ist zwar sehr flach, man kann laut unserem Guide überall stehen, aber er ist das ganze Jahr über da.
Kratersee am Morgen

Früher war das ein aktiver Vulkan, dessen Krater irgendwann eingebrochen ist. Er hat einen Durchmesser zwischen 17 und 21 Kilometer. Ein bisschen wie eine große Arche Noah - vor der Außenwelt durch die riesigen Kraterwände gut geschätzt.
Kraterrand
Die Maasai dürfen nur noch tagsüber zum Weiden der Tiere in den Krater, leben aber sonst mittlerweile außerhalb. Das einzige ernsthafte Problem dürften wir Touristen sein. Die meisten Tierarten, die hier leben, wandern auch über den Kraterrand hinweg, die einzige Ausnahme machen die Löwen. Sie verlassen den Krater nicht, weswegen es mittlerweile große Schwierigkeiten mit Inzucht gibt. Das Serengeti Lion Project beobachtet die Veränderungen an den Löwen. Auch bei den Elefanten gibt es eine Besonderheit: Im Krater leben nur Bullen. Die Elefantenkühe sind immer nur auf der Durchreise.

Auch andere Raubtiere wohnen im Krater, zum Beispiel Geparden. Dieser sitzt eine halbe Stunde regunglos da und beobachtet das Treiben. Seine Lieblingsmahlzeit sind Thompson-Gazellen.

Trotz des recht niedrigen Wasserstandes im See leben auch Nilpferde im Ngorongoro-Krater. Hier haben wir einige in einem Wasserloch entdeckt. 






Nach und nach gewöhnt man sich an den Anblick der riesigen Wände ringsumher, sie werden zu einem Teil der Landschaft. Und dann guckt man wieder hoch, sieht den See mit hunderten Flamingos vor den grünen Hängen liegen und weiß nichts mehr zu sagen.




Den ganzen Morgen fahren wir nun schon durch den Krater. Bei uns Reisenden hat sich die gesundheitliche Situation wieder verschlechtert, aber es hat jemand ein kleines Klohaus in einem Gebüsch versteckt, hinten links auf dem Bild, direkt neben einer der wenigen Zufahrtsstraßen in den Krater. Wir sind kaum zwei Minuten da, schon sind wir von Maasai umzingelt, die uns Schilde, Speere und Schmuck verkaufen wollen. Doch ganz schön touristisch hier.



Auch nach vier Wochen kann man übrigens noch Tierarten entdecken, die man noch nicht gesehen hat. Mit dem Fernglas entdecken wir in einiger Entfernung vor den rollenden Hängen einige Eland-Antilopen. Zusammen mit den Kudus und Topis gehören sie zu den größten Antilopenarten. 
Die Herde besteht aus Kühen, Bullen und sogar Jungtieren und zieht langsam ans Wasser des Sees. Ich könnte den ganzen Tag hier sitzen und mir würde nicht langweilig werden.
 Hin und wieder entdeckt man auch Tiere, die man schon sehr oft gesehen hat, bei Verhaltensweisen, die man noch nicht sah. Hier haben wir ein kleines Zebra beim Frühstück entdeckt. Wenn sie noch ganz jung sind, sind sie auf dem Rücken noch eher braun als schwarz und auch ein bisschen flauschiger.

Nun, und was uns dann noch gefehlt hat, das war ein Nashorn. Die Zahl der Nashörner wird seit etwa zwei Jahren in ganz Afrika sehr stark von Wilderern dezimiert, weil man in Fernost davon überzeugt ist, Horn wäre irgendein Wunderheilmittel. Spitzmaulnashörner gab es nun ohnehin schon nicht gerade viele. Aber wir hatten Glück: Uns ist noch eins über den Weg gelaufen. 

Es ist das reinste Tierparadies. Wir haben schon so viele Parks besucht, so viele Tiere gesehen, so viele Kilometer zurückgelegt, und immer wieder kommen wir an neue Orte, die noch paradiesischer zu sein scheinen als alle vorhergehenden. Muss ich wirklich so bald schon wieder nach Hause, zwischen die Häuser und die Autos und die hektischen Menschen?