Mittwoch, 2. Januar 2013

7 Alles nass.

Gott, was bin ich kaputt. Vor mir liegen noch ganze 27 Tage, an denen man nur auf den fünfzehn Metern Rückweg vom Duschen sauber ist? Jetzt weiß ich wieder, warum manche Familienmitglieder sich immer gegen's Campen ausgesprochen haben. Wenigstens den Campingvirus bin ich nach dieser Tour garantiert los.
Wir sind wirklich sechs Stunden lang durch den Regen gefahren. Überflutete Straßen, gestrandete Autos. Unser Truck wühlt sich einem Lotsen gleich durch die Wassermassen, während wir hinten angespannt auf die Bugwelle stieren. Solange der Tanklaster vor uns noch fährt, müssen uns die liegengebliebenen Kleinwagen ja keine Sorgen machen.
Der Rundflug über dem Okavango-Delta fällt wegen des schlechten Wetters erstmal ins Wasser. Wenn nach dem Delta noch Zeit ist, können wir ihn dann nachholen. Alle meine Sachen sind klamm und ich habe Kopfschmerzen. Immerhin habe ich Geld tauschen können; in Botswana zahlt man mit Pula (heißt wortwörtlich "Regen") und Wasserreserven für das Delta einkaufen können. Drei Mitreisende wollen heute abend ein Upgrade in ein echtes Zimmer, kein Zelt. Auch fürs Delta hätten sie gerne ein Upgrade gemacht, aber dafür ist es nun schon zu spät. Mir persönlich würde es schon völlig reichen, wenn es morgen auf dem Weg ins Delta nicht regnen.
Vom Niederschlag abgesehen war der Ausblick vom Truck aus heute eigentlich nett. Haufenweise Esel in der Kalahari, die die Regierung den Menschen als Transportmittel zur Verfügung gestellt hat. Außerdem natürlich Kühe und Ziegen, gerne auch mal auf der Straße. Maun selbst, der Dreh- und Angelpunkt am Delta, ist unglaublich groß und lebendig, hat 30.000 Einwohner, einen Flughafen und eine Fachhochschule. Wäre alles spannender, wenn ich nicht so unglaublich fertig wäre! Hoffentlich kommt meine Übelkeit nicht von den Malariatabletten, sonst werden die nächsten Wochen sehr anstrengend.