Das war ja mal ein entspannter Nachmittag. Es ist eine Wohltat, mal wieder im Hellen auf einem Campingplatz anzukommen, und sich bei Tageslicht orientieren zu können. Genesis Camp ist leider von hohen Mauern umgeben und von vielen Ameisen bewohnt, aber zumindest die Ameisen lassen sich auch wunderbar mit normalem Insektenschutzmittel für Menschen vertreiben. Muss wohl ziemlich stinken.
Richard, Carla, Brieana und ich sitzen in der Lobby des Motels und spielen bei leichter Brise das Malawi Bao Game und laden unsere elektrischen Geräte auf. Es ist hier unten wieder brüllend heiß. Carla gewährt mir Asyl in ihrer Dusche, und ich nutze die Gelegenheit, auch ein paar Sachen zu waschen, während mich die Mücken bei lebendigem Leib verspeisen.
Abends gibt es Rindfleisch! Dazu erzählt Thabani von Tansania. 36 Millionen Einwohner auf 945000km², davon die meisten an den Ufern der Seen und an der Küste. A propos Küste: Dahin geht es morgen auch. Wir werden vorgewarnt, dass Daressalam ein Moloch ist, der in großen Teilen eigentlich nur eine riesige Ansammllung der üblichen Hütten ist und kaum ein richtiges Stadtzentrum ist. Außerdem bekommen wir Packanweisungen: Sarong, Flipflops, Wasser, Gelbfieberimpfzertifikat, Reisepass, und dann geht's ab auf die Fähre. Ich kann's kaum erwarten!
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Freitag, 18. Januar 2013
Montag, 7. Januar 2013
13 Chobe und jede Menge Nilpferde
Der Tag gestern endete mit einer Bootsfahrt auf dem Sambesi, mitten im Chobe-Nationalpark. Dieser Park ist für seine riesigen Elefantenherden bekannt, und dafür, dass in die Entwicklung der Population nicht eingegriffen wird. Bei letzten Besuch habe ich Dutzende Elefanten am Ufer baden sehen, aber wie schon oft auf dieser Tour stelle ich fest, dass die vertrauten Orte in der Regenzeit ganz anders aussehen. Chobe ist leuchtendgrün und das Gras ist hoch. Ich habe mal ein altes Bild zum Vergleich herausgesucht:
Wir nehmen - für uns gesittete Reisende untypisch - unsere Kühlbox mit Bier und Cider mit auf das Boot, werden aber ausgestochen von den Afrikaanern, die mit der African Travel Company hier sind. Sie haben gleich zwei Kühlboxen dabei und scheinen fest entschlossen zu sein, diese auch zu leeren. Ich höre mit, dass sie die gleiche Reiseroute haben wie wir, und das mindestens bis zum Malawisee. Auch lernen wir aus Beobachtung, dass man zwar jemand betrunkenen auf zwei gestapelte Kühlboxen draufsetzenh kann, es aber nicht immer gelingt, diesen Menschen dann mitsamt der Kühlboxen zu tragen. Hm, wie überraschend.
Nun denn. Eigentlich wollten wir ja das Treiben außerhalb des Boots beobachten. Hier finden sich Nilpferde im Wasser und an Land, Kudus, Wasserböcke, ein Fischadler und ein paar Affen, die ich ignoriere. Affen mag ich einfach nicht. Wir können außerdem beobachten, dass Krokodile zwar Nilpferde mögen, dass diese Zuneigung aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht.
Diese zwei Nilpferde haben ihr eigenes Reinigungsteam.
Untermalt wird all das von netten Gesprächen mit einigen meiner Mitreisenden. Nicht gerade besonders wild, aber trotzdem recht nett. Ich trinke ein Savanna und genieße die Abendstimmung.
Im Camp bemühen wir uns vor allem darum, uns im knöcheltiefen Morast auf den Wegen nicht auf die Nase zu legen. Auch hier verlaufe ich mich wieder. Neue Lektion: Kontaklinsen nur rausnehmen, wenn man die Brille auch dabei hat. Immerhin hält das Zelt nachts dem Regen stand. Trotzdem ist die Nacht nicht besonders erholsam, und ein nasses Zelt einzupacken ist keine besonders angenehme Aufgabe. Shingi entschädigt uns mit armen Rittern zum Frühstück, was mich mit der Welt versöhnt.
Mittlerweile haben wir in Kazungula die Grenze nach Simbabwe überquert. Hier treffen sind ganze vier Länder, und es geht das Gerücht um, dass es weltweit keinen anderen Ort gibt, an dem das passiert. Stimmt das? Wir queren von Botsuana nach Simbabwe. Namibia steht diesmal nicht auf der Liste; nach Sambia geht es in zwei Tagen. Shingi versorgt uns mit Informationen zu unserem neuen Land.
Simbabwe ist 390.000 km² groß und hat etwa 10-12 Millionen Einwohner. Der Landesname bedeutet soviel wie "The House of Stones", weil hier schon so früh Steinhäuser gebaut worden sind. Das Land ist vor allem berühmt für seinen Despoten, Robert Mugabe. Mittlerweile gibt es keine Landeswährung mehr, man zahlt in US-Dollars, und HIV/Aids ist ein großes Problem. Shingi fügt hinzu, dass es in unserem Zielort Victoria Falls nachts gut ist, wenn man immer zu mehreren unterwegs ist. Ich kenne diesen Hinweis schon, das hat man uns vor Jahren auch gesagt. Der Grund, den er dann nennt, ist allerdings neu: Man warnt uns nicht mehr vor Überfällen, sondern davor, dass die Tiere aus dem umliegenden Nationalpark immer öfter nachts in die Stadt kommen und man sich vor den Elefanten hüten soll. Was?! Eine schöne Entwicklung... irgendwie.
Während wir durch den Sambesi-Nationalpark fahren und links und rechts immer wieder wilde Tiere am Straßenrand zu sehen sind, überlege ich mir, was ich in Vic Falls gerne erledigen würde. Sachen waschen lassen, zum Beispiel, und ein neues Buch kaufen. Oder gleich zwei. Ob das wohl klappt? Und dann treffe ich hier ja auch auf die neue Tour. Shingi sagt, dass meine neuen Tourguides vermutlich Godfree und Thabani sein werden. Die Karten werden wieder neu gemischt.
| Chobe im Januar 2013 |
| Chobe im Juni 2006 |
Wir nehmen - für uns gesittete Reisende untypisch - unsere Kühlbox mit Bier und Cider mit auf das Boot, werden aber ausgestochen von den Afrikaanern, die mit der African Travel Company hier sind. Sie haben gleich zwei Kühlboxen dabei und scheinen fest entschlossen zu sein, diese auch zu leeren. Ich höre mit, dass sie die gleiche Reiseroute haben wie wir, und das mindestens bis zum Malawisee. Auch lernen wir aus Beobachtung, dass man zwar jemand betrunkenen auf zwei gestapelte Kühlboxen draufsetzenh kann, es aber nicht immer gelingt, diesen Menschen dann mitsamt der Kühlboxen zu tragen. Hm, wie überraschend.
Nun denn. Eigentlich wollten wir ja das Treiben außerhalb des Boots beobachten. Hier finden sich Nilpferde im Wasser und an Land, Kudus, Wasserböcke, ein Fischadler und ein paar Affen, die ich ignoriere. Affen mag ich einfach nicht. Wir können außerdem beobachten, dass Krokodile zwar Nilpferde mögen, dass diese Zuneigung aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht.
Diese zwei Nilpferde haben ihr eigenes Reinigungsteam.
Untermalt wird all das von netten Gesprächen mit einigen meiner Mitreisenden. Nicht gerade besonders wild, aber trotzdem recht nett. Ich trinke ein Savanna und genieße die Abendstimmung.
Im Camp bemühen wir uns vor allem darum, uns im knöcheltiefen Morast auf den Wegen nicht auf die Nase zu legen. Auch hier verlaufe ich mich wieder. Neue Lektion: Kontaklinsen nur rausnehmen, wenn man die Brille auch dabei hat. Immerhin hält das Zelt nachts dem Regen stand. Trotzdem ist die Nacht nicht besonders erholsam, und ein nasses Zelt einzupacken ist keine besonders angenehme Aufgabe. Shingi entschädigt uns mit armen Rittern zum Frühstück, was mich mit der Welt versöhnt.
Mittlerweile haben wir in Kazungula die Grenze nach Simbabwe überquert. Hier treffen sind ganze vier Länder, und es geht das Gerücht um, dass es weltweit keinen anderen Ort gibt, an dem das passiert. Stimmt das? Wir queren von Botsuana nach Simbabwe. Namibia steht diesmal nicht auf der Liste; nach Sambia geht es in zwei Tagen. Shingi versorgt uns mit Informationen zu unserem neuen Land.
Simbabwe ist 390.000 km² groß und hat etwa 10-12 Millionen Einwohner. Der Landesname bedeutet soviel wie "The House of Stones", weil hier schon so früh Steinhäuser gebaut worden sind. Das Land ist vor allem berühmt für seinen Despoten, Robert Mugabe. Mittlerweile gibt es keine Landeswährung mehr, man zahlt in US-Dollars, und HIV/Aids ist ein großes Problem. Shingi fügt hinzu, dass es in unserem Zielort Victoria Falls nachts gut ist, wenn man immer zu mehreren unterwegs ist. Ich kenne diesen Hinweis schon, das hat man uns vor Jahren auch gesagt. Der Grund, den er dann nennt, ist allerdings neu: Man warnt uns nicht mehr vor Überfällen, sondern davor, dass die Tiere aus dem umliegenden Nationalpark immer öfter nachts in die Stadt kommen und man sich vor den Elefanten hüten soll. Was?! Eine schöne Entwicklung... irgendwie.
Während wir durch den Sambesi-Nationalpark fahren und links und rechts immer wieder wilde Tiere am Straßenrand zu sehen sind, überlege ich mir, was ich in Vic Falls gerne erledigen würde. Sachen waschen lassen, zum Beispiel, und ein neues Buch kaufen. Oder gleich zwei. Ob das wohl klappt? Und dann treffe ich hier ja auch auf die neue Tour. Shingi sagt, dass meine neuen Tourguides vermutlich Godfree und Thabani sein werden. Die Karten werden wieder neu gemischt.
Dienstag, 1. Januar 2013
5 Tourstart am Neujahrstag
Die Protagonisten stehen fest. Wir sind zu zwölft: Richard (UK) und Brieana (US), Sigi und Christine, ein Mutter-Tochter-Gespann aus Deutschland, ein schweizer Pärchen, Karen und Per aus SChweden, Carolina und Ricardo, die beide aus Brasilien kommen, aber nicht zusammen sind, Thomas und ich. Sigi kann leider kein Englisch und auch Carolina fällt es recht schwer. Ricardo und Carolina haben aus unerfindlichen Gründen keine Schlafsäcke, dafür aber große Koffer dabei. Sigi fällt gleich mit der Tür ins Haus und lässt fallen, dass Thomas und ich doch sicher gut zusammenpassen würden. Uff.
Sigi hat heute zudem Geburtstag und wir haben gerade heimlich eine Torte für sie eingekauft. Richard und Brianna kommen noch mit auf das zweite Teilstück der Tour von Victoria Falls nach Nairobi. Alle anderen reisen nur bis nach Vic Falls mit; auch Truck und Guides werden dort wechseln. Thomas und ich sind beide schon mit einer gewissen Reisearroganz unterwegs. "Damals, als ich in *** gerade Raften/Tauchen/Motorradfahren gehen wollte..." Ist Reisen heutzutage eigentlich noch etwas besonderes? Fast habe ich manchmal das Gefühl, man steche deutlich mehr aus der Menge hervor, bliebe man zuhause.
Ansonsten: Regen, Simba Chips mit Smoked Beef Flavour, Sonne, Engen Tankstellen, Mittagessen im Schatten der Bäume, schlafen, Jeffrey Eugenides lesen. Sandile und Shingi, unsere Tourguides, machen einen unheimlich netten Eindruck. Auch Missverständnisse über die Buchungsdetails lassen sich schnell ausräumen.
Shingi liefert noch die Fakten zu Botsuana: Es ist 600.000 km² groß, hat etwa 1,6 oder 1,7 Millionen Einwohner und besteht zu etwa 80% aus der Kalahari-Wüste. Dann haben wir noch die Makgadikgadi Pan mit 12.000 km² und das Okavango-Delta mit 80.000 km². In der Central Kalahari gibt es vor allem Esel, verrät er uns, weil die Regierung diese den Menschen als Transportmittel und Arbeitstier zur Verfügung gestellt hat. Die Haupteinnahmequellen des Landes? Rindfleisch, Diamanten und Tourismus. Landessprachen sind Setsuana und Englisch. Später erfahre ich von Brieana noch, dass Botsuana angesichts der vielen Konflikte um Landbesitz in den Nachbarländern beschlossen hat, dass Land Staatseigentum ist. Man kann es auf 90 Jahre pachten, aber nicht besitzen. Ein weiteres Puzzleteil in meinem Bild von Botsuana als erfolgreiches afrikanisches Land.
Sigi hat heute zudem Geburtstag und wir haben gerade heimlich eine Torte für sie eingekauft. Richard und Brianna kommen noch mit auf das zweite Teilstück der Tour von Victoria Falls nach Nairobi. Alle anderen reisen nur bis nach Vic Falls mit; auch Truck und Guides werden dort wechseln. Thomas und ich sind beide schon mit einer gewissen Reisearroganz unterwegs. "Damals, als ich in *** gerade Raften/Tauchen/Motorradfahren gehen wollte..." Ist Reisen heutzutage eigentlich noch etwas besonderes? Fast habe ich manchmal das Gefühl, man steche deutlich mehr aus der Menge hervor, bliebe man zuhause.
Ansonsten: Regen, Simba Chips mit Smoked Beef Flavour, Sonne, Engen Tankstellen, Mittagessen im Schatten der Bäume, schlafen, Jeffrey Eugenides lesen. Sandile und Shingi, unsere Tourguides, machen einen unheimlich netten Eindruck. Auch Missverständnisse über die Buchungsdetails lassen sich schnell ausräumen.
Shingi liefert noch die Fakten zu Botsuana: Es ist 600.000 km² groß, hat etwa 1,6 oder 1,7 Millionen Einwohner und besteht zu etwa 80% aus der Kalahari-Wüste. Dann haben wir noch die Makgadikgadi Pan mit 12.000 km² und das Okavango-Delta mit 80.000 km². In der Central Kalahari gibt es vor allem Esel, verrät er uns, weil die Regierung diese den Menschen als Transportmittel und Arbeitstier zur Verfügung gestellt hat. Die Haupteinnahmequellen des Landes? Rindfleisch, Diamanten und Tourismus. Landessprachen sind Setsuana und Englisch. Später erfahre ich von Brieana noch, dass Botsuana angesichts der vielen Konflikte um Landbesitz in den Nachbarländern beschlossen hat, dass Land Staatseigentum ist. Man kann es auf 90 Jahre pachten, aber nicht besitzen. Ein weiteres Puzzleteil in meinem Bild von Botsuana als erfolgreiches afrikanisches Land.
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