| Chobe im Januar 2013 |
| Chobe im Juni 2006 |
Wir nehmen - für uns gesittete Reisende untypisch - unsere Kühlbox mit Bier und Cider mit auf das Boot, werden aber ausgestochen von den Afrikaanern, die mit der African Travel Company hier sind. Sie haben gleich zwei Kühlboxen dabei und scheinen fest entschlossen zu sein, diese auch zu leeren. Ich höre mit, dass sie die gleiche Reiseroute haben wie wir, und das mindestens bis zum Malawisee. Auch lernen wir aus Beobachtung, dass man zwar jemand betrunkenen auf zwei gestapelte Kühlboxen draufsetzenh kann, es aber nicht immer gelingt, diesen Menschen dann mitsamt der Kühlboxen zu tragen. Hm, wie überraschend.
Nun denn. Eigentlich wollten wir ja das Treiben außerhalb des Boots beobachten. Hier finden sich Nilpferde im Wasser und an Land, Kudus, Wasserböcke, ein Fischadler und ein paar Affen, die ich ignoriere. Affen mag ich einfach nicht. Wir können außerdem beobachten, dass Krokodile zwar Nilpferde mögen, dass diese Zuneigung aber nicht auf Gegenseitigkeit beruht.
Diese zwei Nilpferde haben ihr eigenes Reinigungsteam.
Untermalt wird all das von netten Gesprächen mit einigen meiner Mitreisenden. Nicht gerade besonders wild, aber trotzdem recht nett. Ich trinke ein Savanna und genieße die Abendstimmung.
Im Camp bemühen wir uns vor allem darum, uns im knöcheltiefen Morast auf den Wegen nicht auf die Nase zu legen. Auch hier verlaufe ich mich wieder. Neue Lektion: Kontaklinsen nur rausnehmen, wenn man die Brille auch dabei hat. Immerhin hält das Zelt nachts dem Regen stand. Trotzdem ist die Nacht nicht besonders erholsam, und ein nasses Zelt einzupacken ist keine besonders angenehme Aufgabe. Shingi entschädigt uns mit armen Rittern zum Frühstück, was mich mit der Welt versöhnt.
Mittlerweile haben wir in Kazungula die Grenze nach Simbabwe überquert. Hier treffen sind ganze vier Länder, und es geht das Gerücht um, dass es weltweit keinen anderen Ort gibt, an dem das passiert. Stimmt das? Wir queren von Botsuana nach Simbabwe. Namibia steht diesmal nicht auf der Liste; nach Sambia geht es in zwei Tagen. Shingi versorgt uns mit Informationen zu unserem neuen Land.
Simbabwe ist 390.000 km² groß und hat etwa 10-12 Millionen Einwohner. Der Landesname bedeutet soviel wie "The House of Stones", weil hier schon so früh Steinhäuser gebaut worden sind. Das Land ist vor allem berühmt für seinen Despoten, Robert Mugabe. Mittlerweile gibt es keine Landeswährung mehr, man zahlt in US-Dollars, und HIV/Aids ist ein großes Problem. Shingi fügt hinzu, dass es in unserem Zielort Victoria Falls nachts gut ist, wenn man immer zu mehreren unterwegs ist. Ich kenne diesen Hinweis schon, das hat man uns vor Jahren auch gesagt. Der Grund, den er dann nennt, ist allerdings neu: Man warnt uns nicht mehr vor Überfällen, sondern davor, dass die Tiere aus dem umliegenden Nationalpark immer öfter nachts in die Stadt kommen und man sich vor den Elefanten hüten soll. Was?! Eine schöne Entwicklung... irgendwie.
Während wir durch den Sambesi-Nationalpark fahren und links und rechts immer wieder wilde Tiere am Straßenrand zu sehen sind, überlege ich mir, was ich in Vic Falls gerne erledigen würde. Sachen waschen lassen, zum Beispiel, und ein neues Buch kaufen. Oder gleich zwei. Ob das wohl klappt? Und dann treffe ich hier ja auch auf die neue Tour. Shingi sagt, dass meine neuen Tourguides vermutlich Godfree und Thabani sein werden. Die Karten werden wieder neu gemischt.