Donnerstag, 10. Januar 2013

17 Strecke machen

Gestern abend haben wir in Lusaka noch mal eingekauft. Diesmal war es sogar ein richtiges Einkaufszentrum, und weil die Infrastruktur von hier an nicht besser, sondern eher schlechter wird, kauft unser Koch Godfree noch mal auf Vorrat ein. So bleibt uns Reisenden ein wenig Zeit, uns das Einkaufszentrum anzusehen. Ich weiß, das klingt befremdlich, Einkaufszentren gibt es schließlich überall. Aber sie sind auch ein Indikator dafür, wie gut es zumindest einem Teil der Bevölkerung geht, was die Menschen einkaufen, welche Einzelhandelsunternehmen dort Geschäfte betreiben, welche Produkte in welchen Ländern verfügbar sind und ähnliche spannende Fakten. Ich lasse mich mit Richard und Brianna ein wenig treiben. Für gewöhnlich haben wir in den großen und kleinen Städten, die wir anfahren, nicht so viel Zeit. Meist halten wir nur für 15-30 Minuten an einem Supermarkt um Wasser und, in Godfrees Fall, Vorräte zu kaufen. Auch die Innenstädte sehen wir kaum; zum einen ist der Truck dafür einfach zu groß und der Verkehr zu dicht, zum anderen sind wir ja auch nicht zum Einkaufen, sondern der Wildnis wegen hier. So liegen auch alle Campingplätze in den Großstädten vor den Toren der Stadt.
Diesmal bleibt uns so viel Zeit im Einkaufszentrum, dass wir kurzerhand Maumau spielen. Von unserem Sitzplatz vor'm KFC aus können wir sehen, wie der Strom kommt und geht. Die Lichter gehen aus, wieder an, wieder aus, immer so weiter. Außer uns interessiert das auch niemanden.

Im nächsten Camp, dem Eureka Camp vor den Toren Lusakas, kommen wir wieder erst in der Dämmerung an. Zelte aufschlagen, zu Abend essen, Zähneputzen, schlafen. Tagsüber ist es immer recht einfach, sich auf den Zeltplätzen zu orientieren, nachts ist es fast unmöglich. Die Wege und Hütten sind pittoresk angelegt, aber wenn Godfree sagt, "the ablutions are through there" und einfach auf ein Gebüsch zeigt, ist es nicht einfach, dann den Weg zu finden. Nachts fängt es auch noch an zu regnen, wenn auch immerhin nicht im Zelt, sondern nur auf dem Zelt. Guter Platz unter einem Baum. Sonja und Armin hätten gerne noch eine größere Regenplane in Lusaka erstanden, um ihr Zelt besser zu verpacken. Thabani und Godfree raten davon ab, sich noch auf die Suche zu machen, manche Dinge seien in Sambia nicht so einfach wie zuhause. Der Nachsatz wird zur Erläuterung für viele Umstände, die wir nur schwer verstehen können: "This is Africa."
Morgens um vier werde ich wieder wach und kann nicht mehr schlafen. Um fünf ist allerdings ohnehin Morgenappell. Wir frühstücken im Regen, packen im Regen, brechen im Regen die Zelte ab. Mit Wanderschuhen schliddere ich noch schnell durch den Schlamm zum Zähneputzen. Um sechs brechen wir auf. Vor uns liegt wieder eine lange Strecke bis nach Chipata. Draußen Bäume, Bäume und Bäume. Es geht immer weiter bergauf, mit Steigungen, die unseren Truck ganz schön zum Schnaufen bringen. Die ersten Felsen schauen durchs Blätterdach und kleine Dörfer am Wegesrand sehen wir nur noch selten. Die nächsten Stunden werden alle etwa so aussehen: