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Freitag, 4. Januar 2013

9 Tiere auf Augenhöhe


Der Abend gestern endete mit einem Spaziergang auf unserer Insel. Momentan dauert es mehr als einen Tag, bis ans andere Ende zu kommen, man kann also sehr weit laufen. Leider gilt das auch für die Tiere. Simon, unser Head Poler, hat trotzdem einiges entdecken können. Er erklärt uns Pflanzen und kleine Krabbeltiere, zeigt uns Tierspuren, Palmen und Baobab-Bäume. Ringsum nur Wildnis und Wolken. 

 Dann die ersten Tiere: Eine Zebraherde. Wir machen insgesamt etwa 400 Fotos von ihnen. Man kann fast das Weiße in ihren Augen sehen, so dicht lassen sie uns an sich heran. Zwei behalten uns im Auge, die anderen grasen friedlich weiter.
 Kurz darauf tauchen am Waldrand auch die ersten zwei Elefanten auf. Gut, dass die so weit weg sind. Dichter wollte ich die nicht haben, die sind doch ganz schön groß und schnell.

Noch eine schöne Überraschung für mich: Weißstörche, Dutzende Weißstörche, sitzen an der Wasserstelle. Ich hätte nicht gedacht, dass man so viele auf einmal sehen kann. Ob der vom Karlsruher Zoo wohl dabei ist?




Langsam bricht die Dämmerung an und wir machen uns auf den Rückweg ins Camp. Schließlich gibt es hier keine Straßenbeleuchtung. Gut, dass die Poler noch wissen, hinter welchem Busch wir abbiegen müssen. Ich wäre verloren. 





Zum Abendessen gibt es Fisch und Kartoffeln. Schlicht, und doch unglaublich lecker. Die Gespräche am Feuer wirken fast surreal, weil man sich kaum kennt und sich auch kaum sieht, während man miteinander spricht. Carolina und ich gehen bald ins Zelt und hören noch eine kleine Ewigkeit den hunderten Ochsenfröschen und den vielen Vögeln zu. Man könnte meinen, sagte Richard sehr treffend, alle Entwickler von Computerspielen seien im Delta gewesen und hätten hier die Laute der Vögel geklaut, um ihre Spiele damit zu untermalen. Nicht die Metzelgeräusche von Assassin's Creed, aber alles zwischen Giana Sisters und Tetris. Ich habe tief und fest geschlafen.

Am nächsten Morgen geht es in aller Herrgottsfrühe los auf den nächsten Spaziergang. Das Delta ist taunass und meine Schuhe binnen Minuten komplett durchnässt. Wenn es nicht schon seit gestern ununterbrochen idyllisch wäre, würde jetzt auffallen, wie idyllisch es hier ist.







Als Simon uns nach einiger Zeit bittet, die Schuhe auszuziehen, damit wir durch den Kanal waten können, halten wir das zunächst für einen schlechten Scherz. Wir haben schließlich genug Geschichten von Nilpferden, Krokodilen und Parasiten gehört, um gut auf uns aufzupassen. Er meint es allerdings völlig ernst, und so packen wir unsere Füße aus, rollen unsere Hosen hoch und tapsen unbeholfen durchs Wasser.





Es lohnt sich dann auch, dreieinhalb Stunden lang durch die Gegend zu wandern. Neben der uns bereits vertrauten Zebraherde laufen uns einige Giraffen und zwei Hyänen vor die Linse.






Die Fotografen unter uns freuen sich über die Gelegenheit, ihre Teleobjektive auszufahren, und stürzen sich kurz darauf auf Makroaufnahmen von Raupen und Termiten. Ein Fest!






Mein persönliches Fest ist ganz anderer Natur: Nach acht Kilometern Fußmarsch und einem großartigen Brunch dank Shingi bringen uns die Poler nachmittags an eine Lagune, in der man schwimmen kann. Die Strömung trägt uns sacht den Kanal entlang, man kann bis auf seine Füße schauen und es ist besser als jede Dusche - zumal es hier keine Duschen gibt. Die Erfrischung sucht ihresgleichen.